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GPS-Tracking beim Segeln: Genauigkeit, Akku, Offline erklärt | Ekynavy

8 Min. Lesezeit

Wie das GPS eines Telefons auf See funktioniert

Ein modernes Telefon verlässt sich nicht allein auf das amerikanische GPS. Es empfängt gleichzeitig vier Satellitenkonstellationen: GPS (USA), GLONASS (Russland), Galileo (Europa) und BeiDou (China). Also im Schnitt rund dreißig sichtbare Satelliten gegenüber einem Dutzend mit GPS allein. Mehr Satelliten = bessere Genauigkeit, höhere Zuverlässigkeit, schnellerer Fix.

Auf offenem Wasser ist die Umgebung ideal für den GPS-Empfang: keine Gebäude, kein Relief, freier Himmel. Die Genauigkeit erreicht typisch 3 bis 5 Meter unter normalen Bedingungen. Das Telefon rastet beim Start in wenigen Sekunden ein, wenn ein aktueller Fix vorliegt („Hot Start"), und in 30 Sekunden bis 2 Minuten, wenn es lange keinen Himmel gesehen hat („Cold Start").

Der GPS-Empfänger ist passiv: er empfängt von den Satelliten gesendete Signale, sendet selbst nichts. Das bedeutet zwei nützliche Dinge:

  • GPS funktioniert auch im Flugmodus, ohne Abo, ohne Mobilfunknetz.
  • Das Tracking verrät Ihre Position keinem Dritten, solange keine Netzverbindung die Daten aktiv überträgt.

Die echte Genauigkeit: was man hat, was nicht

Drei Nuancen, um sich nicht zu irren.

Typische horizontale Genauigkeit: 3 bis 5 Meter

Auf offenem Wasser, bei freiem Himmel und aktivierter Multi-Konstellation erhält man 3 bis 5 Meter horizontale Genauigkeit. Das ist fürs Segeln mehr als genug, wo Meter-Genauigkeit keinen praktischen Nutzen hat (man macht nicht an einem genauen Pfahl 10 Meilen draußen fest).

Verschlechterte Genauigkeit nahe Hindernissen

Vor Anker unter einer hohen Klippe, längsseits zwischen zwei Metallbooten, unter einer starken Radarantenne kann die Genauigkeit auf 10-15 Meter oder mehr fallen. Das Telefon empfängt dann weniger Satelliten oder reflektierte Signale, die die Berechnung verfälschen. Auf See ist das unsichtbar. Auf 10 Meter genau bei einem Schwojkreis ist es schlicht eine Frage des gesunden Menschenverstands.

Geringere vertikale Genauigkeit

Die GPS-Höhe ist ungenauer als die horizontale Position: typisch 5 bis 10 Meter Fehler. Fürs Segeln kein Thema (die Höhe ist null). Für Luftfahrt oder Bergwandern schon.

Momentan- vs. Durchschnittsgeschwindigkeit

Die vom Telefon angezeigte Momentangeschwindigkeit berechnet der GPS-Empfänger selbst, mit typisch 0,1 bis 0,3 Knoten Genauigkeit. Die Durchschnittsgeschwindigkeit (über einen Törn) wird im Nachhinein aus der Spur berechnet und ist sehr genau. Das SOG (Speed Over Ground) des Telefons ist direkt für die Navigation nutzbar, ohne Korrektur.

Akkuverbrauch: die echten Zahlen

Das ist die häufigste Frage. Hier die Größenordnungen, beobachtet auf einem aktuellen Telefon (iPhone 14+, Samsung Galaxy S22+) mit einer optimierten App:

ModusVerbrauch pro StundeLaufzeit ab 100 %
Dauer-GPS-Tracking, Display an5 bis 10 % / Stunde10 bis 20 Stunden
Dauer-GPS-Tracking, Display aus2 bis 5 % / Stunde20 bis 50 Stunden
Tracking alle 30 s, Display aus, App im Hintergrund1 bis 3 % / Stunde30 bis 100 Stunden

Praktisches Fazit: ein Telefon allein, ohne Stromversorgung, hält einen Eintages-Törn bequem durch, zwei Tage mit etwas Vorsicht (Display aus, Aufzeichnungsrate 30 s), und keine drei Tage ohne Nachladen.

Die einfachste Lösung: eine fest verlegte 12-V-Versorgungam Kartentisch, in USB-C oder USB-A je nach Telefon. Für 30 Euro Material und 30 Minuten Einbau bleibt das Telefon dauerhaft geladen und das Tracking kann unbegrenzt laufen. Es ist die rentabelste Anschaffung an Bord für jeden, der seine Törns aufzeichnen will.

Optimierungen auf App-Seite

Eine gut gestaltete App minimiert den Verbrauch auf drei Wegen:

  • Hintergrund-Tracking: die App zeichnet die Spur weiter auf, während das Display aus ist und man das Telefon für anderes nutzt (oder es gesperrt ist).
  • Adaptive Rate: die Aufzeichnung verlangsamen, wenn das Boot sich nicht bewegt (vor Anker), beschleunigen, wenn es fährt.
  • Batch-Schreiben: Positions-Schreibvorgänge bündeln, um Speicherzyklen zu sparen.

Offline-Modus: was geht, was brechen kann

GPS funktioniert überall, unabhängig vom Netz. Was auf See außerhalb der Abdeckung nicht geht, ist alles, was vom Netz abhängt:

Was offline immer funktioniert

  • Erfassung der GPS-Position (passiv, netzunabhängig)
  • Aufzeichnung der Spur in der App (lokaler Speicher)
  • Anzeige der Karten, sofern vorab geladen vor der Abfahrt
  • Alle Eingabefunktionen des Logbuchs (Wache, beobachtetes Wetter, Segel, Crew)

Was offline brechen kann

  • Kartenanzeige auf Abruf (wenn die App Kacheln von einem Online-Server lädt)
  • Echtzeitwetter (Seewetterwarnungen, GRIB), wenn nicht vorab geladen
  • Synchronisierung zwischen Crew-Konten
  • Adress- und POI-Suche auf Abruf

Die absolute Regel: Offline-first

Eine App mit Offline-first-Architektur zu wählen heißt: alles funktioniert standardmäßig lokal, und das Netz reichert nur an. Kein weißer Bildschirm auf See außerhalb der Abdeckung, keine blockierte Funktion. Das ist der Unterschied zwischen einer App, die an Land im Café läuft, und einer App, die auf hoher See läuft.

Welche Aufzeichnungsrate wählen

Die Aufzeichnungsrate (wie viele Positionen pro Minute) beeinflusst Spurqualität, Speicher und Akkuverbrauch.

  • 1 Position alle 10 Sekunden: sehr flüssige Spur, hoher Speicherbedarf (ein 24-Stunden-Törn = 8.640 Punkte), gut für Regatta oder Feinanalyse.
  • 1 Position alle 30 Sekunden (empfohlen fürs Fahrtensegeln): glatte Spur, vertretbarer Speicher (2.880 Punkte / 24 h), ausreichende Genauigkeit für jede spätere Analyse.
  • 1 Position alle 60 Sekunden: akzeptable Spur, schneidet aber enge Wenden ab, für lange Schläge ohne feine Manöver.
  • Adaptive Rate: der beste Ansatz, die App beschleunigt oder verlangsamt je nach Geschwindigkeit und Kursänderung.

Telefon, Tablet oder dediziertes GPS

Telefon

Das Zugänglichste, schon in der Tasche. Kleines Display, aber ausgezeichnetes Multi-Konstellations-GPS. Ideal für küstennahes Segeln, den Solo-Skipper, den Co-Skipper, der das Logbuch vom Deck aus ergänzt. Grenze: zu kleines Display für freihändiges Kartenlesen.

Tablet

Der optimale Kompromiss fürs Fahrtensegeln. Großes, in der Sonne lesbares Display (Modelle mit 1000+ nits), GPS oft etwas ungenauer als das Telefon (außer High-End-Modelle), gute Laufzeit, wenn gespeist. Erlaubt gleichzeitig Karte + Logbuch. Die verbreitetste Lösung auf modernen Fahrtenyachten.

Dediziertes GPS

Für Profiboote, Spitzenregatten oder die von manchen Hochseeregatten geforderte Hardware-Redundanz. NMEA-Integration mit den anderen Instrumenten. Teurer, spezialisierter, langlebiger. Im Fahrtensegeln nicht unverzichtbar, aber für anspruchsvolle Zwecke weiter Standard.

Wie Ekynavy das Tracking handhabt

  • Multi-Konstellation: nutzt alle 4 Satellitensysteme (GPS + GLONASS + Galileo + BeiDou) für beste Genauigkeit und Zuverlässigkeit.
  • Hintergrund-Tracking: der Törn zeichnet weiter auf, auch wenn die App im Hintergrund oder das Display aus ist, auf iOS wie Android.
  • Adaptive Rate: Positionen alle 10 bis 30 Sekunden je nach Geschwindigkeit und Manövern, fürs Segeln optimiert.
  • Offline-first: Karten vor der Abfahrt geladen, GRIB-Wetter lokal gespeichert, Logbuch zu 100 % offline funktionsfähig. Automatische Synchronisierung, sobald die Abdeckung zurückkehrt.
  • Kontrollierter Verbrauch: 2 bis 4 % Akku pro Stunde im Standardmodus, kompatibel mit einem Eintages-Törn ohne Stromversorgung.
  • NMEA-WiFi-kompatibel: bei Booten mit NMEA-WiFi-Netz ergänzt die App die GPS-Daten des Telefons um die des Multifunktionsdisplays (Kompasskurs, Loggegeschwindigkeit, Tiefe). Self-Service-Einrichtung in 3 Schritten.

Häufig gestellte Fragen

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