Das Sicherheitsbriefing vor jedem Törn
Jeder Törn beginnt mit fünf Minuten Sicherheitsbriefing. Nicht nur für gelegentliche Gäste, sondern auch, um die Stammcrew an die Disziplin zu erinnern. Fünf Punkte mindestens:
1. Wo die Sicherheitsausrüstung ist
Rettungswesten pro Crewmitglied (wo, wie anlegen), Lifebelts und Sorgleinen (wo, Anschlagpunkte), Rettungsinsel (Platz, Auslösung, Notpack), Signalmittel und Notsignale (Platz, Kurzanleitung).
2. Bedienung der UKW
Wo sie ist, wie man sie einschaltet, Wachkanal 16, MMSI des Bootes, das Notrufverfahren (DSC roter Knopf oder Mayday per Sprache). Ein Crewmitglied muss übernehmen können, wenn der Skipper ausfällt.
3. Notausschalter und Motorstart
Wo der Notausschalter ist, wie man ihn trägt, das Verfahren, den Motor im Notfall zu starten. Jedes Crewmitglied muss es können.
4. Wachorganisation
Wer welche Wache übernimmt, wann, die Übergaberegeln, an wen man sich im Zweifel wendet. Der Wachplan muss ausgehängt oder in der App sichtbar sein.
5. Mann-über-Bord-Verfahren
Das Signal des Crewmitglieds, das den Sturz sieht, die Zeigegeste (den Finger auf die Person im Wasser halten, sie nicht aus den Augen lassen), die Rolle jedes Einzelnen (wer auf die Spur zurückkehrt, wer das Rettungsmittel oder das Netz vorbereitet, wer MAYDAY über UKW ruft). Fünf Minuten Briefing vor Anker verhindern, dass im Ernstfall alle improvisieren.
Wachen organisieren, ohne die Crew zu zermürben
Die Wache ist die Grundlage der Organisation auf hoher See. Je nach Crewgröße kommen drei Schemata zum Einsatz.
Crew von 4
3 Stunden / 3 Stunden ist intensiv, aber klassisch: jedes Crewmitglied wechselt 3 Stunden Wache, 3 Stunden Ruhe. Hält über 24 bis 36 Stunden, ermüdet darüber hinaus. 4 Stunden / 4 Stunden ist erholsamer, zwingt aber zu längeren Übergaben. Nach Wahl je nach geplanter Dauer.
Crew von 5-6
Wache zu zweit, 4-Stunden-Rotation, 8 Stunden Ruhe je Paar. Komfortabel und ermöglicht Ausbildung: ein erfahrenes Crewmitglied mit einem Anfänger. Es ist der Standard auf Crew-Überquerungen.
Crew von 3
4 Stunden Wache, 8 Stunden Ruhe, perfekt für einen mehrtägigen Törn. Jeder steht allein Wache, doch das Übergabebriefing ist entscheidend, um die Information weiterzugeben.
Zu befolgende Regeln
- Systematisches 5-Minuten-Briefing bei jeder Übergabe
- Kürzere oder dichtere Nachtwache (Nächte ermüden mehr, die Konzentration sinkt)
- Keine Alleinwache für ein Crewmitglied, das nicht mindestens 2-3 Törns auf dem Boot absolviert hat
- Den Skipper immer ohne schlechtes Gewissen wecken können
- Warme Mahlzeiten für die Nachtwachen vorgesehen
Die Passagierliste: warum, wie
Die Passagierliste ist die offizielle Liste der Personen an Bord. Ihr typischer Aufbau:
- Name, Vorname, Geburtsdatum
- Nationalität und Ausweisart
- Ausweisnummer
- Notfallkontakt an Land
- Allergien und sensible medizinische Daten (optional, aber nützlich)
Wann ist sie Pflicht?
Für privates Freizeitsegeln ist die Liste in vielen Ländern nicht Pflicht. Sie wird es:
- Bei entgeltlicher Beförderung (Charter mit Skipper, Vermietung mit Skipper)
- Beim Überqueren bestimmter Seegrenzen (Spanien, Kroatien, Italien, Tunesien je nach Fall)
- In einer Untersuchung nach einem Vorfall auf See
- Für bestimmte Hochseeregatten oder Rallyes
Warum sie aktuell halten, auch wenn sie nicht Pflicht ist
Drei pragmatische Gründe:
- Bei einer Zoll- oder Behördenkontrolle spart eine aktuelle Liste 30 bis 60 Minuten.
- Bei einem schweren Vorfall beschleunigt die Liste Identifizierung und Versorgung.
- Bei einem SAR (Search And Rescue) fordern Rettungsleitstelle und Behörden sofort die Liste der Personen an Bord.
Die Bordbuch-App zwischen Co-Skippern teilen
Ein zwischen mehreren Co-Skippern geteiltes Boot hat ein historisches Problem: jeder führte sein eigenes Logbuch, oder das physische Bordbuch blieb an Bord und war für die anderen an Land nicht einsehbar. Mit einer modernen App verschwindet dieses Problem.
Das Mehrbenutzermodell auf einem Boot
Das Boot ist die Haupteinheit. Der Hauptskipper legt es in der App an und lädt die Co-Skipper per E-Mail ein. Jeder Co-Skipper nimmt die Einladung an und greift sofort auf die vollständige Historie des Bootes zu: vergangene Törns, Statistiken, Logbuch, zwischengespeichertes Wetter, Fotos, Beobachtungen.
Rechteverwaltung
Je nach App zwei oder drei Rechtestufen:
- Administrator: kann das Boot bearbeiten, Co-Skipper hinzufügen/entfernen, die Liste ändern. Typisch der Eigner.
- Co-Skipper: kann im Logbuch lesen und schreiben, einen Törn starten, Crew zu einer Liste hinzufügen, aber nicht die Struktur des Bootes ändern.
- Nur Lesen: Einsicht in die Historie ohne Änderung. Nützlich für einen Eigner, der sein Boot einem Freund für einen Törn leiht.
Zugangsanfrage
Für Co-Skipper, die noch nicht in der App sind, bieten manche Apps eine Funktion „Zugangsanfrage": der Co-Skipper legt sein Konto an, bittet darum, dem Boot beizutreten, der Hauptskipper bestätigt. Das ist flüssiger als die manuelle E-Mail-Einladung.
Die Anwesenheit vorübergehender Crew erfassen
Für gelegentliche Crew (Lehrtörn, ein Freund, der eine Etappe mitsegelt, ein Gast) ergibt es keinen Sinn, ein Konto in der App anzulegen. Die Funktion „Anwesenheit an Bord" deckt diesen Bedarf, ohne die Kontoerstellung zu erzwingen.
Konkret: vor der Abfahrt fügt der Skipper die Crew der Liste des laufenden Törns hinzu (Name, Vorname, Kontakt). Während des Törns wird ihre Anwesenheit erfasst. Bei der Ankunft wird die Liste mit dem Törn archiviert und bleibt zugänglich, um nachzulesen, wer an welchem Datum an Bord war. Praktisch für Nachvollziehbarkeit, die Lehre in der Segelschule und ganz einfach zur Erinnerung.
5 Hebel für den Crew-Zusammenhalt
1. Ein strukturiertes Briefing, kein improvisiertes
Immer dasselbe Format: 5 Minuten vor Anker, Sicherheitspunkte + Wachen + Ziel des Törns. Wiederholung schafft Routine, Routine schafft Vertrauen.
2. Warme Mahlzeiten während der Nachtwache
Eine Thermoskanne Suppe oder heißer Kaffee um 3 Uhr tut mehr für den Zusammenhalt als eine lange Rede über Sicherheit.
3. Schlechte Nachrichten früh teilen
Wenn etwas schiefläuft (Wetter verschlechtert sich, ein Defekt, Zweifel an der Route), die Crew früh und klar informieren. Die schlimmste Lage ist die, in der der Skipper Bescheid weiß und es für sich behält.
4. Jedem eine Rolle geben
Auch Anfänger-Crew hat eine Rolle: Kaffee machen, AIS beobachten, ins Logbuch eintragen. Niemand auf See soll nur Passagier sein.
5. Bei jeder Rückkehr debriefen
20 Minuten am Steg nach jedem Törn. Was gut lief, was weniger gut lief, was wir anders machen würden. Das summiert das Lernen der Crew Saison für Saison.
Wie Ekynavy die Crew handhabt
- Bootsteilung zwischen Co-Skippern über verbundene Konten. Alle sehen die vollständige Historie, bearbeiten das Logbuch, starten Törns.
- Rechteverwaltung durch den Hauptskipper: Administrator, Co-Skipper, Nur-Lesen.
- Zugangsanfrage: ein Co-Skipper kann aus der App um Beitritt zu einem Boot bitten, der Skipper bestätigt mit einem Tipp.
- Passagierliste mit Feldern für Name, Vorname, Kontakt, optional Nationalität und Ausweis für Grenzübertritte.
- Anwesenheit an Bord für vorübergehende Crew ohne Kontoerstellung. Der Skipper fügt die Person der Liste des Törns hinzu, Anwesenheit erfasst, am Ende archiviert.
- Persönliche Seite für Creator-Skipper, die ihre Törns mit einem Publikum teilen wollen: Live-Tracking, Statistiken, öffentliche Seite auf ekynavy.com.
- Teilen von Statistiken und Routen in sozialen Netzwerken direkt aus der App.